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logo_schalke   FC SCHALKE 04 1
   
  SC PADERBORN 07 1
Halbzeitstand 0:0
 
Sa., 08.02.2020 - 15:30 Uhr
Tore:
1:0 Kutucu (63.)  
  1:1 Gjasula (81.)
   
   
   
   
   
   
Veltins-Arena, Gelsenkirchen
61.614 Zuschauer
1. Bundesliga (DE I)
21. Spieltag 19/20
 
Ticket: 12 Euro - Dauerkarte - Stehplatz Kurve
 
 

Ich spreche es ganz offen an, spielst du als FC Schalke gegen Paderborn willst und musst du das Spiel gewinnen. So viel Anspruch sollte ohne jegliche Arroganz erlaubt sein. Getragen vom wenige Tage alten Sieg gegen den Big City Club und der damit verbundenen Hoffnung aufs Pokalfinale, machten uns Andre und ich also guten Mutes auf den Weg Richtung Gelsenkirchen. Bei bestem Frühlingswetter und zur besten Fußballzeit am Samstag um halb vier fanden wir uns eine knappe Stunde vor Spielbeginn in der Arena ein. Unser Wohnzimmer war nun wieder besser gefüllt als noch am Dienstag und auch die Gäste aus der Domstadt konnten ihren Block ganz passabel füllen. Trotz diverser neuer Ausfälle, vor allem in der Defensive, waren die Knappen in der eindeutigen Goliathrolle gegenüber dem biederen Kellerkind. So rutschte der 22-jährige Timo Becker als Außenverteidiger in die sonst doch recht etablierte Aufstellung des S04.

Was Schalke dann im ersten Durchgang zeigte konnte ich nicht so wirklich nachvollziehen. Nachdem man dem Sportclub im Hinspiel fünf Dinger einschenkte agierte man hier sehr verhalten, fast schon passiv. Spiele gegen die vermeintlich kleinen Gegner sind eine Kopffrage und hier schien bei unseren Jungs so einiges nicht zu stimmen. Am Ende der ersten Hälfte konnte man lediglich eine gute Chance für Königsblau verbuchen. McKennies Schuss wurde jedoch abgefälscht und schlussendlich vom Schnapper entschärft. Zu allem Überfluss verletzte sich mit Kabak der nächste Verteidiger und wurde durch die Barca-Leihgabe Todibo ersetzt. Spaß machte das Zuschauen bisher nicht und die Paste, die die leicht debile Reisegruppe direkt hinter uns quatschte machte die Laune nicht besser. Man musste nicht klatschen, die vereinzelten Pfiffe fürs Team fand ich dann doch irgendwie überzogen. Ich hoffte auf einen tieferen Sinn dahinter oder auf so etwas wie eine vom Chefcoach Wagner verschriebene „Erholungs-Halbzeit“ nach den 120 Minuten unter der Woche.

Ich könnte Recht gehabt haben, denn nach dem Wiederanpfiff kam sichtbar neuer Schwung in die Partie. Es hätte bereits nach kurzer Zeit mit einem Elfmeter für den S04 richtig gut losgehen können. Schöpf fiel im Strafraum und in der Mitte des Feldes war dank eines übereifrigen Ordners ein zweiter Ball im Spiel. Nun kam der ätzende VAR ins Spiel und verwehrte uns den Strafstoß. Ob dies am nicht elfmeterwürdigen „Tathergang“ oder dem Störball lag wird man aufgrund der nicht vorhandenen Transparenz in der Kommunikation mit dem Kölner Keller wohl nie erfahren. Nun hätte wenigstens Gregerl fürs Erfolgserlebnis sorgen musste. Was ihn jedoch dazu brachte, frei vorm Tor nicht für den völlig blanken Sturmpartner Raman aufzulegen oder zumindest das lange Eck für den Torabschluss anzuvisieren ist mir bis heute nicht klar. Stattdessen kullerte der Ball im luftleeren Raum an Freud und Feind vorbei. Die jetzt viel agileren Hausherren vollbrachten noch einen Lattenschuss, ehe es endlich zum Führungstreffer kam. Joker und Wirbelwind Kutucu tankte sich durch den Strafraum und schloss eiskalt und überlegt zum 1:0 ab (63.). Kutucu hätte sich wenig später mit einem weiteren Treffer belohnen können, scheiterte jedoch an Zingerles Fingerspitzen im Kasten der Paderborner. Am Ende wurde uns die eklatante Schwäche bei eigenen und eben gegnerischen Ecken zum Verhängnis. Der eingewechselte Maskenmann Gjasula besorgte per Kopf gegen Becker den Ausgleich und brachte den Schalker Anhang zum Schweigen. Dem Torschützen selbst konnte man jedoch nicht böse sein. Er erwähnte im Nachgang wie geil er die Stimmung in der Arena im Vergleich zum gelb-Schwachen Zeckentempel fand. Schmerzhaftes Tor - Guter Mann.