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  OLYM. CHARLEROI 1
       
  LA LOUVIERE C. 1
Halbzeitstand 1:0
 
Sa., 02.11.2019 - 20:00 Uhr
Tore:
1:0 Luhaka (ET., 30.)  
  1:1 Delbergue (51.)
   
   
   
   
   
   
Stade de la Neuville, Charleroi
600 Zuschauer
Eerste Klasse Amateurs (BE III)
10. Spieltag 19/20
 
 
Ticket: 10 Euro - Tageskasse - Stehplatz Kurve
Verpflegung: 2 x 3,00 Euro - Hamburger
 
 
 
 
 
 

Lange blieb mein Zähler nicht bei 500 Grounds stehen. Es ging hier schließlich Schlag auf Schlag und nach dem Jubiläumsbesuch in Rijnsburg fanden Daniel und ich uns schnell im Auto wieder. Der Jahreszeit geschuldet dämmerte es bereits, als wir endlich die Autobahn erreichten und uns der Bundesligakonferenz widmeten. Nach dem tortechnisch eher durchschnittlichen, live erlebten 1:2 lauschten wir gespannt dem Torreigen aus der heimischen ersten Liga, wo Mainz in Leipzig unter die Räder kam und die Bayern sich in Frankfurt bis auf die Knochen blamierten. Währenddessen saßen wir zwar nicht wie Nico Kovac auf dem Schleudersitz und sahen trotzdem die Uhr langsam runter ticken. Keine zehn Minuten vor Spielbeginn der belgischen Drittligapartie zwischen Olympic Charleroi und La Louvrie Centre parkten wir für die zweite Begegnung des Tages in unmittelbarer Stadionnähe. Das Stade de la Neuville steht, ebenso wie sein großer Bruder, das Stade du Pays des Erstligisten Sporting, im Zentrum der verruchten Bergbau-Stadt. Auch bei meinem zweiten Besuch fühlte man sich in den dunklen Straßen nur bedingt wohl und war froh, als man die Stadiontore passiert hatte. Aufgrund der Sprachbarriere und der sowieso mäßigen Beschilderung dauerte es jedoch ein paar Minuten, ehe wir den Eingang fanden.

Pünktlich zum Anpfiff standen wir dann auf der großen und vor allem herrlich alten Stehtribüne hinter einem der beiden Tore. Frischgebackene Eltern sind ja gerne mal und wohl auch völlig zu Recht „schockverliebt“ in ihre Neugeborenen. Wenn es so ein ähnliches Gefühl auch bei Stadien gibt und möge der Vergleich auch noch so sehr hinken, hier konnte man sich schon ganz gut schockverlieben. Somit ignorierten unsere Blicke fast vollständig die ungewöhnliche und sehr personalintensive Einlaufzeremonie, bevor der Ball dann endlich rollte. Zu unserer Linken befand sich die vermeintlich modernste Tribüne, die Gegengerade, auf deren Stufen unter anderem die Gäste aus dem nahen la Louvrie Platz nahmen und hier und da ganz gut Rabatz machten. Die gegenüberliegende Hintertortribüne war frei von Zuschauern und wurde von örtlichen Werbeanzeigen „geschmückt“. Ein weiteres Highlight befand sich dann rechts von uns. Die englisch anmutende Haupttribüne beherbergte in seinem Bauch das recht enge und gesellige Vereinsheim, das wir jedoch erst in der Halbzeitpause besuchen sollten.

Nach den ersten Eindrücken führte uns der Hunger zum einzigen Imbissstand des Stadions. Hier gab es dann auch eine reichliche Speisenauswahl. Hamburger. Wahlweise mit Senf, Ketchup oder anderen leckeren Saucen. Man gönnt sich ja sonst auch alles und so hatte ich wenig später zwei der herrlich fettigen Fleischbrötchen im Anschlag. Das Spiel zwischen den beiden blutjungen Fusionsvereinen war zwar nicht wirklich Magerkost, riss einen an diesem Abend aber auch nicht vom Hocker. Die Atmosphäre dieses tollen Stücks belgischer Stadiongeschichte übertünchte jedoch so manchen Fehler auf dem Rasen. Zudem war zumindest das 1:0 für die Hausherren ein echter Leckerbissen. Ein Freistoß hüpfte in bester Ping Pong-Manier durch den Fünfmeterraum, ehe ein Unglücksvogel auf Seiten der Gäste den Ball schlussendlich über die Torlinie bugsierte (30.). Etwas geradliniger zeigten sich die Gäste bei ihrem Treffer, der aus einem klassischen Tempogegenstoß kurz nach der Pause resultierte. Im weiteren Verlauf hielt das Spiel keine weiteren Überraschungen für uns bereit und so lag unser Fokus nun auf der nicht zu unterschätzenden Heimfahrt, die erst einige Minuten nach Mitternacht enden sollte.