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  FK TRAKAI 1
   
    FK PALANGA 0
Halbzeitstand 1:0
 
Sa., 03.08.2019 - 17:00 Uhr
Tore:
1:0 Traore (42.)   
   
   
   
   
   
   
   
Vilniaus LFF stadionas, Vilnius
250 Zuschauer
A Lyga (LT I)
18. Spieltag 2019
 
 
Ticket: 3 Euro - Tageskasse - Sitzplatz Gegengerade
Verpflegung: 12 Euro - 3x Bier 0,5 l
 
 
 
 
 
 

Anlässlich seines 30. Geburtstags luden Schtev, Eric und ich Mariano auf eine Tour nach Vilnius ein. Der kurze Wochenendtrip, der am Samstagmorgen in Schönefeld starten und am Sonntagabend in Tegel enden sollte, war nach einer dreiwöchigen Balkanreise 2014 und einer Tour nach Dublin und Belfast im März 2018 unser dritter Ausflug in der mittlerweile erprobten Besatzung. Obwohl uns das warme Flughafenbier noch flau im Magen lag, führten uns Hunger und Durst nach der Ankunft in Litauen direkt in den erstbesten Imbiss am Bahnhof der Hauptstadt Vilnius. Hier genossen wir neben dem dort ansässigen ziemlich verlebten Pack je ein Frischgezapftes und einen undefinierbaren Fettlappen zum Frühstück. Während unsere Mägen sich abermals bedankten, zog es uns in die schöne Innenstadt. Hier folgte das klassische Touri-Programm, das hier und da durch kurze Bier-Stopps unterbrochen wurde. Den Abschluss machte ein längerer Aufenthalt in einem Pub, wo wir beobachten konnten, wie sich eine Gruppe übler Sportler in besoffenem Zustand gegenseitig von den Barhockern trat. Wir hatten genug gesehen und checkten im Hotel ein, ehe uns ein Uber wenig später zum Nationalstadion fuhr. Die Planung der Tour sollte mir somit keinen neuen Ground bringen, da ich dieses bereits im Herbst 2015 besuchte.

Auch damals war es der FK Trakai, der das Stadion der Hauptstadt mangels einer eigenen Spielstätte als Austragungsort seiner Erstligapartien nutzte. Immerhin gab es mittlerweile ein echtes Kassenhäuschen anstatt des typisch baltischen Kartenverkaufs aus dem Seitenfenster eines Opel Vectra. Auch das stabile Sommerwetter war deutlich angenehmer als der nasskalte Tag im Oktober vor vier Jahren. Somit schmeckte auch das Bier besser, das wir während der folgenden 90 Minuten so häufig wie möglich frisch auffüllen sollten. Dabei waren wir nicht die einzigen durstigen Deutschen auf der gelb-rot bestuhlten Gegengerade. Knapp 30 Landsleute in Kleingruppen wie unserer machten einen nicht unerheblichen Anteil des spärlichen Zuschaueraufkommens auf. Da fragt man sich, was die hübsche Dame am Bierstand wohl dachte, als sie nahezu durchweg Bier für durstige Deutsche zapfen musste. Also gab es anstatt des einheimischen Supports, an dem sich zumindest eine Handvoll junger Trakai-Fans versuchte, biergeschwängerte und dummdeutsche Kommentare auf den Rängen. Da wir auch nicht mehr ganz, taten wir unser übriges und stimmten hier und da ebenfalls in den Chor der „Der hat schon Gelb!“ und „Schiri, da musst du die Spieler schützen!“ ein. Sportlich war das Dargebotene nämlich die erwartete Magerkost.

Der FK Trakai, der seit einigen Jahren zu den Spitzenteams der Liga gehört, hatte den FK Palanga von der Ostseeküste zu Gast. Da die Gäste nach 17 Spieltagen nur maue zehn Punkte auf dem Konto hatten und somit den letzten Tabellenplatz belegten, erwarteten wir hier mindestens ein einseitiges Schützenfest. Umso überraschter sahen wir, wie die Gäste ordentlich mitspielten und sich ein Chancengleichgewicht erarbeiteten. Trotz der vielen fußballerischen Mängel im Aufbauspiel gab es hier nämlich reichlich Strafraumszenen hüben wie drüben. Da sich die besagten Mängel jedoch auch im Torabschluss zeigten, schüttelten die verwöhnten Deutschen mehrfach mit den Köpfen, wenn mal wieder eine gute Möglichkeit im Fangzaun landete. Lediglich Trakais ivorischer Stürmer Traore hatte Erbarmen und besorgte kurz vor der Pause das 1:0 für die Hausherren. Gekonnt freigespielt tauchte er alleine vor dem Keeper auf und schob überlegt ein. Die Erinnerungen an die gesamte zweite Halbzeit sind bei mir ziemlich verblasst. Die Sonne und die Kaltgetränke taten ihr Übriges, sodass wir das Stadion nach 90 Minuten per Uber in Richtung Alaus Biblioteka verließen. Weitere Tore gab es nicht mehr zu bestaunen. Trotzdem dürfte die Niederlage für die Gäste nicht allzu tragisch sein. Mit dem FC Stumbras aus Kaunas, der mittlerweile nicht mehr am Spielbetrieb teilnimmt, dürfte der erste und einzige Absteiger bereits feststehen. Unser körperlicher Niedergang folgte indes in den nächsten Stunden, in denen wir das Angebot der umfangreichen Bierbibliothek verkosteten.