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  RB LEIPZIG 4
       
logo_schalke   FC SCHALKE 04 2
Halbzeitstand 2:1
 
Sa., 27.05.2023 - 15:30 Uhr
Tore:
1:0 Laimer (10.)  
2:0 Nkunku (19.)  
  2:1 Kaminski (28.)
  2:2 Orban (ET., 49.)
3:2 Poulsen (82.)  
4:2 Nkunku (90.)  
   
   
Zentralstadion, Leipzig
47.069 Zuschauer
1. Bundesliga (DE I)
34. Spieltag 22/23
 
 
Ticket: 35 Euro - E-Ticket - Sitzplatz Gästeblock
 
 
 

Vor dem letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2022/23 hatte der FC Schalke weiterhin die Chance, die Klasse zu halten. Dieser recht nüchterne Fakt ist an sich schon ein kleines Wunder. Nach einer völlig verkorksten Hinrunde mit nur neun Punkten aus 17 Spielen rappelte sich das Team auf, fand zueinander und legte eine mehr als solide Rückrunde hin. Die zweite Hälfte der abzuschließenden Spielzeit ließ Schalke zusammenrücken und entfachte ein wohl nie da gewesenes Feuer. Auf dem Rasen kämpfte eine Truppe nicht immer erfolgreich, aber leidenschaftlich um die nötigen Zähler. Belohnt wurde dieser Einsatz mit den für Schalke untypischen Last-Minute-Siegen gegen Bremen und in Mainz. Aus eigener Kraft konnten die Knappen die Bundesligazugehörigkeit trotzdem nicht mehr festmachen. So begann natürlich auch auf unserer Fahrt nach Leipzig die „Suche nach den verlorenen Punkten“. Andre, Flo und ich sprangen im Gedanken unter anderem zum ersten Spieltag, an dem man in Köln nach allen Regeln der Kunst verpfiffen wurde. Nicht zu vernachlässigen sind zudem die Zähler, die unserem Torhüter-Darsteller Schwolow in der Hinrunde (und auch im letzten gegen die SGE…) durch die Hände, unter den Körper oder sonst wo durchgeflutscht sind.

Nach gut fünf Stunden Fahrt erreichten wir die bevölkerungsreichste Stadt Sachsens. Leipzig ist eine junge und stetig wachsende Stadt, die seit jeher zwischen den traditionsreichen Fußballklubs Chemie und Lok aufgeteilt ist. Seit knapp 15 Jahren breitet sich hier jedoch eine Seuche aus, die ihren Ursprung im österreichischen Fuschl am See hat. Es ist einfach nur traurig, dass man auf dem Weg zum Zentralstadion teils völlig normal wirkenden Menschen und Familien begegnet, die dann aber im Gewand eines korrupten Brauseherstellers durch die Gegend laufen. Umso wichtiger war es, dass abermals eine stolze Anzahl Schalker dem letzten Strohhalm folgten und in Sachsen aufschlugen. Der Relegations-Strohhalm hatte zwei Optionen. Die halbwegs realistische Variante war ein Schalker Remis bei RB bei einer zeitgleichen Niederlage des VfL Bochum gegen Leverkusen. Völlig unrealistisch schien mir ein eigener Sieg beim Ligadritten. Etwas wahrscheinlicher wurden all diese Gedankenspiele als der wiedergenese Ralle scheinbar gesund und munter vor seinem Fliegen fangenden Vertreter auf den Rasen lief. Der Gästeblock explodierte das erstes Mal und versuchte sein Feuer auf den wohl sowieso frittenfett-heißen Keeper zu übertragen.

Bald darauf hatte das leidige Warten dann ein Ende. Vor einer Choreo des Heimanhangs begann die Partie. Traurig zu sehen, dass sich dieses ekelhafte Pack schamlos den Stilmitteln echter Fanszenen bedient. Das Kopfschütteln hielt an, da für Schalke bereits nach 20 Minuten der Ofen aus war. Man selbst hatte sich bereits zwei Eier ins Nest gelegt und im Parallelspiel in Bochum führte der VfL in Überzahl mit 1:0. Schöne Scheiße. Nun kann der Fußball mit all seinen Wendungen und kurzen Funken der Hoffnung besonders grausam sein. Nach Treffern von Kaminski (28.) und einem absurden Eigentor (49.) stand es plötzlich 2:2. Ging hier doch noch was? Leider nein. Gefühlt konnten die Hausherren munter zwischen Halbgas und dem munteren Tore schießen hin und her wechseln. Den erneuten Abstieg besiegelten schlussendlich zwei späte Leipziger Treffer. Im Gästeblock machte sich ein Mix aus Schmerz und Stolz breit. Die Mannschaft wurde versöhnlich in die Sommerpause und den erneuten Neuanfang geschickt. Ich war traurig, dass dieser scheinbar so gut funktionierende Haufen nun wieder auseinanderbricht. Sei’s drum. Wir bleiben auch im Unterhaus Geilsten.