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  SÖNDERJYSKE 0
   
Logo   HVIDOVRE IF 3
Halbzeitstand 0:1
 
Sa., 29.04.2023 - 13:00 Uhr
Tore:
  0:1 Lindberg (20.)
  0:2 Qamili (59.)
  0:3 Andreasen (84.)
   
   
   
   
   
Sydbank Park, Haderslev
3.817 Zuschauer
1. Division (DK II)
27. Spieltag 22/23
 
 
 
Ticket: 18 Euro - E-Ticket - Sitzplatz Gegengerade
Stadionheft: kostenlos
Verpflegung: 5,50 Euro - Bratwurst
 
 
 
 
 
 

Nach der ersten Nacht unserer Dänemark-Tour dröhnte mir ein wenig der Schädel. Ich begann tatsächlich an unserer Bier-Wahl zu zweifeln und verfluchte das nordisch helle Gesöff der Holsten Brauerei. Lange hielt uns der schwere Kopf jedoch nicht in unserer stickigen Gefängniszelle und so waren wir schon am frühen Morgen wieder auf der Bahn. Das Ziel des Tages sollte uns wieder einige Kilometer zurück Richtung deutscher Grenze führen. Auch ligentechnisch ging es „südwärts“ – auf uns wartete ein Duell der Aufstiegsrunde im Unterhaus. Sönderjysk Elitesport ist abermals ein recht junger Fusionsverein, der dem Profifußball in der namensgebenden Region Südjütland ein Zuhause geben sollte. Das gelingt bis dato ganz gut und bis zum Abstieg im vergangenen Jahr spielte man stolze 14 Spielzeiten am Stück erstklassig. Nach einem zweiten Platz 2016 und dem Pokalsieg 2020 konnte man sogar zwei kurze Ausflüge nach Europa verbuchen. Heimat des Klubs ist die kleine Stadt Haderslev, die wir aufgrund der recht geringen Größe touristisch links liegen lassen sollten.

Stattdessen widmeten wir uns auf dem Weg zum Kick zwei anderen Städten. Den Anfang machte das am gleichnamigen Fjord liegende Vejle. Immerhin 60.000 Menschen sind hier zu Hause und leben unter anderem im neuen Wahrzeichen der Stadt, dem wellenförmigen Wohnkomplex „Bölgen“. Ähnlich groß ist die Stadt Kolding, der unser zweiter Besuch galt. Hier reichte es zeitlich noch für ein Bier im Schatten des Schlosses Koldinghus, das über dem Slotsö-See thront. Im Anschluss sollte nun wieder der Fußball im Mittelpunkt stehen und so schlugen wir kurze Zeit später in Haderslev auf. Wir parkten unweit des Sydbank Parks, der – und das finde ich wirklich kurios – in seiner mehr als 20-jährigen Geschichte und mit gut 10.000 Plätzen noch nie ausverkauft war. Kleiner Spoiler vorweg: Das sollte sich auch an diesem wechselhaften Samstagnachmittag nicht ändern. Beim Umrunden des Stadions kreuzte sich unser Weg mit den ca. 30 Anhänger der Gäste des Hvidovre IF aus dem Kopenhagener Umland. Spätestens im Stadion wurde uns klar, dass auf den Rängen abermals wenig gehen würde. Mit Wurst und Bier bewaffnet begutachteten wir die Heimszene, die sich in der offenen Kurve hinter etlichen gedruckten Zaunfahnen etwas halbherzig positionierte und im Spielverlauf zu keiner Zeit zu überzeugen wusste.

Der Spielverlauf tat indes sein Übriges. Nachdem die beiden Teams in gewöhnungsbedürftiger dänischer Manier nacheinander das Spielfeld enterten, entwickelte sich eine einseitige Partie. Die Gäste hatten wenig Mühe und gingen früh mit 1:0 in Führung (20.). In der Pause wechselten wir von unseren recht guten, aber im Schatten liegenden Plätzen auf der Tribüne in die sonnendurchflutete Kurve. Größtenteils auf den Steinstufen sitzend verfolgten wir den zweiten Durchgang, in dem die Gäste mit zwei weiteren Toren den Deckel auf die Partie machten. Unser Umfeld glich dabei eher einem Familienausflug samt Picknick im Park, als einem Profifußball-Spiel. Tobende Kinder um uns herum sorgten für mehr Bewegung als wir sie im eigentlichen Stimmungsblock vernehmen konnten. Nicht wenige Kinder mussten im Verlauf der Partie jedoch dem übermäßigen Popcorn-Konsum und der erbarmungslosen Sonne Tribut zollen und lagen später fast regungslos auf den Stufen. Immerhin gab ein Fan am Vorsängerpult sein Bestes und zappelte Oberkörperfrei ab. Am Spielverlauf änderte sein Einsatz nichts und so bescherte uns die Niederlage immerhin einen Schal als Andenken. Diesen hatte ein wütender Fan zuvor aufs Spielfeld geworfen. Sieht man so auch nicht oft.